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StartseiteGeothermieGeothermisches Kraftwerk Riehen (BL)

Geothermisches Kraftwerk Riehen

Das älteste geothermische Wärmekraftwerk der Schweiz befindet sich in der Gemeinde Riehen (Kanton Basel-Stadt). Seit 1989 – also seit über 20 Jahren – fördert dieses Kraftwerk 64°C warmes Tiefenwasser mit einer Förderrate von rund 1'200 l/min aus einer Tiefe von 1'547 m. Das relativ stark mineralisierte Wasser gibt die Wärme über Direktwärmetauscher an einen zweiten Kreislauf weiter. Bei diesem Prozess wird das Thermalwasser auf 22 °C abgekühlt und anschliessend direkt in den Rückgabebrunnen gepumpt.

Brunnenkopf des Entnahmebrunnens RB-1. Hier wird das Thermalwasser mittels Tauchpumpe aus etwa 1'500 m Tiefe gefördert.
Brunnenkopf des Entnahmebrunnens RB-1. Hier wird das Thermalwasser mittels Tauchpumpe aus etwa 1'500 m Tiefe gefördert.

Das erwärmte Arbeitsmedium im zweiten Kreislauf wird mittels Wärmepumpen auf 90° C erhöht und dann dem Wärmeverbund Riehen zugeführt. Im Fernwärmenetz des Wärmeverbundes zirkuliert also kein mineralisiertes Geothermiewasser sondern Wasser von Trinkwasserqualität. Die gesamte Anlage in Riehen arbeitet vollautomatisch.

Die beiden Geothermiewärmepumpen in der Grundlastzentrale in Riehen. Die Wärmepumpen erhöhen die Temperatur auf das für das Fernwärmenetz notwendige Niveau. Heizleistung: max. 2 x 1'400 kW.
Die beiden Geothermiewärmepumpen in der Grundlastzentrale in Riehen. Die Wärmepumpen erhöhen die Temperatur auf das für das Fernwärmenetz notwendige Niveau. Heizleistung: max. 2 x 1'400 kW.

Anfang 2010 waren über 300 Liegenschaften an das Fernwärmenetz angeschlossen. Die Grundlast für die Wärmeerzeugung beträgt 5.25 MW, was etwa 50 % der in das Wärmenetz eingespeisten Energie entspricht. Dank der geförderten Erdwärme können pro Jahr bis zu 1'700 Tonnen Heizöl eingespart werden.

Daten zum Entnahmebrunnen RB-1:

 

Endteufe:

1'547 m UKT

Produktive Zone:

1'496 bis 1'498 m UKT

Temperatur:

ca. 64 °C

Tiefe Tauchpumpe:

390 m

Max. Fördermenge:

20 ltr./s

 

 

Der Weg zur Realisierung (Informationstafel im Kraftwerk: Gemeinde Riehen – Wärmeverbund mit Geothermienutzung):

1980:

Grobanalyse für Nutzung regenerierbarer Energien in Riehen.

1982:

Feinanalyse für einen Wärmeverbund mit Nutzung von Abwärme aus der ARA Pro Rheno, Basel.

1986:

Projekt für Wärmeverbund in Riehen mit Nutzung der ARA-Abwärme über Elektrowärmepumpe.

1987:

Bewilligung des Kredites für Geothermiebohrungen durch die Gemeinde Riehen und den Kanton Basel-Stadt.

1988:

Geothermiebohrungen RB-1 Bachtelenweg und RB-2 Stettenfeld.

Projekt für Wärmeverbund mit Wärmepumpenanlage für Nutzung von Geothermie oder mit Blockheizkraftwerken im Falle eines Misserfolges der Bohrungen.

Beschluss und Kreditgenehmigung für 1. Ausbauetappe Wärmeverteilung und Spitzenlastzentrale (Fr. 9.3 Mio.) durch den Einwohnerrat Riehen.

1989:

Inbetriebnahme 1. Ausbauetappe Spitzenlastzentrale und Wärmeverteilung im Herbst 1989.

Langzeitpumpversuche zur Abklärung der Ergiebigkeit der Geothermiebohrungen.

1990:

Projekt- und Kreditgenehmigung für 2. Ausbauetappe Wärmeverteilung (Fr. 1.93 Mio.) durch den Einwohnerrat Riehen.

Die Detailanalysen und Abklärungen zeigten, dass eine Nutzung der Geothermie möglich sei (Pressekonferenz Dezember 1990).

1991:

Projekt- und Kreditgenehmigung für 3. Ausbauetappe Wärmeverteilung (Fr. 2.70 Mio.) durch den Einwohnerrat Riehen.

1992:

Projekt- und Kreditgenehmigung für Bau der Grundlastzentrale für Geothermienutzung und für Ergänzungen der 4. Ausbauetappe Wärmeverteilung (Fr. 22.14 Mio) im Mai 1992.

Baubeginn Grundlastzentrale im September 1992.

1993:

Bau der Grundlastzentrale und Montage der elektromechanischen Anlagen.

1994:

Einweihung und offizielle Inbetriebnahme der Grundlastzentrale durch die Bauherrschaft am 28. April 1994.

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